Da die Werkstatt im Ostteil der Stadt gelegen ist, wurde sie zunächst als Produktionsgenossenschaft des Blinden-Handwerks (PGH) unter dem Namen Frohe Zukunft mit Sitz in der Sophienstr. hinter 8, Berlin Mitte in das Firmenbuch eingetragen.
Waren es bei der Gründung noch 27 blinde Bürstenmacher, so wuchs die Zahl der Beschäftigten, in Mitten der Hackeschen Höfe sowie in Heimarbeit in den nächsten Jahren auf bis zu 60 Handwerker an. Es wurden jährlich ca. 300.000 Besen und Bürsten für den heimischen Bedarf produziert.
Da sich unsere Werkstatt im Ostteil der Stadt befindet, wurden wir als Produktionsgenossenschaft des Blinden-Handwerks (PGH) unter dem Namen Frohe Zukunft mit Sitz in der Sophienstr. hinter 8, Berlin Mitte in das Firmenbuch eingetragen.
Auf Grund der schwierigen Beschaffung von Bürsten- und Besenhölzern wurde im Jahr 1968 eine eigene Hölzerfabrikation aufgenommen.
Mit dem Jahr 1989 kam dann auch für uns die große Wende, insbesondere nach dem unsere Werkstatt nach bundesdeutschem Recht weitergeführt werden musste. Dies hatte die Schließung unserer Hölzerfabrikation, die von sehenden Mitarbeitern geführt wurde, zur Folge. Auch die Arbeitsplätze der blinden Handwerker waren durch den Wegfall der alten Kundschaft im höchsten Maße bedroht. Nur durch die aktive Hilfe einer Blindenwerkstatt aus den alten Bundesländern, die große Produktionsaufträge an uns vergab, konnten die Arbeitsplätze der blinden Handwerker erhalten werden.
Im Jahr 1991 wurde dann aus unserer PGH Frohe Zukunft eine GmbH die sich fortan Blindenhandwerk GmbH Berlin nannte. Aus den 45 verbliebenen Mitgliedern der Genossenschaft waren nun Gesellschafter geworden.
In den 90er Jahren wurden die Hackeschen Höfe zu einer riesigen Baustelle und unsere Werkstatt war, gerade für die blinden Handwerker, nur noch sehr schwer zu erreichen. So entschieden wir uns im Jahr 2002 zu einem Umzug nach Neukölln. Hier, in der Karl-Marx-Str. 188 ist unsere heutige Heimat, in der wir nach wie vor, nach alter Tradition Besen und Bürsten im Handeinzug herstellen. Selbstverständlich beschäftigen wir auch immer noch Heimarbeiter, die ihrer Arbeit zu Hause, in der gewohnten Umgebung nachgehen und so auch am Arbeitsprozess teilnehmen können. Seit dem letzten Jahr wurde dieses Engagement noch ausgeweitet. Bei der BHB-Produktionsgemeinschaft Sachsen, mit Hauptstelle in Chemnitz werden nunmehr auch wieder Bürstenmacher in Heimarbeit über die Grenzen Berlins hinaus beschäftigt. Derzeit wird in den Bereichen Chemnitz und Bautzen/Kamenz schon rege im traditionellen Handeinzug produziert.
In der Tradition der großen Blindenwerkstätten der ehemaligen DDR, waren wir als reine Besen- und Bürstenwerkstatt nur eine kleine Einrichtung. Aber wir sind stolz, dass es uns, auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, immer noch gibt und hoffentlich auch noch lange geben wird.
Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir uns auf nationaler Ebene bereits vor vielen Jahren dem Arbeitsring anerkannter Blindenwerkstätten-Schlich GmbH angeschlossen um die eigene Produktpalette abzurunden und den Kunden gegenüber immer korrekte und geprüfte Blindenwaren anbieten zu können. Gleichzeitig werden dadurch die Bemühungen unterstützt, Blinde auch in weiteren Handwerksberufen zu beschäftigen. Dies gelingt uns nur in einer starken Gemeinschaft, bei der alle am gleichen Ziel, der Beschäftigung von Blinden und hochgradig Sehbehinderten mitwirken.
Im Textilbereich sind dies Weber, Stricker und Sticker, die Produkte auf höchstem Qualitätsniveau produzieren und veredeln. Dazu gehören neben den hergebrachten Putz- und Scheuertüchern hochwertige Tischwäsche, Geschirr-, Microfaser-, Gläser- und Handtücher. Darüber hinaus Qualitäts-Walk-Frottier in attraktiven Farben und ansprechendem Design sowie Strumpfwaren vom Arbeits- bis zum Businessstrumpf. Selbst das Einweben von Namen ist in größeren Stückzahlen möglich. In der Stickerei wird die Textilveredlung vom Monogram bis zum aufwendigen Firmenlogo schon ab kleinen Stückzahlen angeboten.
Beispielhaft ist auch die Herstellung von hochwertigen Pinseln und Hygienebesen und -bürsten im Vulkanisierverfahren, die selbst den Anforderungen in der Lebensmittelverarbeitung entsprechen, sowie die Produktion von Dekorations- und Gebrauchsgegenständen in der Töpferei im Stech- und Gießverfahren.
Ganz neue Wege werden bei den Kerzenmachern beschritten. Die blinden Handwerker produzieren erstmals Produkte die nicht auf der klassischen Linie der Blindenwaren basieren. Es sind dies Kerzen, die in echter Handarbeit von den Blinden Kerzenmachern hergestellt werden. Die Herstellung der Kerzen wird ausschließlich von Blinden in Handarbeit durchgeführt. Es handelt sich daher wettbewerbs- und gewerberechtlich um Blindenware. Es ist jedoch keine Blindenware im Sinne des Blindenwarenvertriebsgesetzes. Die Qualitätsbezeichnung -echte Handarbeit- für Kerzen darf nur von Behindertenwerkstätten mit den entsprechenden Produktionsverfahren benutzt werden. Auch wenn diese Produkte leider bei der Ausgleichsabgabe keine Berücksichtigung finden, helfen Sie uns durch den Kauf von Kerzen, da Sie damit die Beschäftigung der blinden Kerzenmacher direkt unterstützen.
Sie sehen, wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, die Ihnen erlauben, unseren Verkäufern eine Bestellung zu erteilen - wofür wir Ihnen schon jetzt danken.